Dokumentenakkreditiv einfach erklärt | Ablauf, Vorteile, Unterschiede zu Dokumenteninkasso
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Für unser Beispiel brauchen wir einen
Exporteur und Importeur und die beiden
schließen einen Kaufvertrag ab mit der
Zahlungsbedingung
Dokumentenakkreditiv. Die Abwicklung
übernehmen wiederum zwei Banken, die
Bank des Exporteurs und die Bank des
Importeurs. Und auch hier schauen wir
uns den typischen Ablauf an. Bevor
irgendetwas mit der Ware passiert, muss
der Importeur einen Antrag auf
Akkreditiv bei seiner Bank
stellen. Im Prinzip stellte Importeur
der Bank folgende Frage: Würdest du,
liebe Bank den Lieferanten bei Vorlage
bestimmter Dokumente, aber dazu gleich
noch mehr, würdest du ihn bezahlen, dir
vertraut er mehr als mir und dann ist er
eher bereit, das Geschäft abzuschließen.
Du kennst mich ja, ich bin zahlungsfähig
und ich kann das Geld an dich
bezahlen. Die Bank prüft die Bonität des
Unternehmens und wenn sie das Akkreditiv
eröffnet, dann und hier kommt schon eine
entscheidende Stelle, erklärt sie sich
bereit bei Vorlage entsprechender
Dokumente selbst die Zahlung zu leisten.
Im Unterschied zu Inkasso habt ihr also
eine Absicherung, ein
Zahlungsversprechen durch die Bank des
Importeurs und nicht nur durch den
Kunden. Das heißt, ihr habt hier
natürlich eine größere Absicherung, weil
ihr das Geld von der Bank bekommt und
nicht vom Kunden selbst. Wenn das immer
noch zu unsicher ist, was passiert, wenn
die Bank des Importeurs plötzlich
pleite, dann bietet sich das bestätigte
Akkreditiv an, bei dem das
Zahlungsversprechen nicht nur durch die
Bank des Importeurs, sondern auch durch
eure Bank geleistet wird. Dann werdet
ihr sogar von eurer eigenen Bank
ausgezahlt. Aber das wird natürlich auch
entsprechend teuer. Aber machen wir
erstmal mit unserem Standardfall weiter.
Nach der Prüfung der Bonität und der
Akkreditive Eröffnung wird die Bank des
Exporteurs, also unsere Bank
benachrichtigt. Die Bank des Exporteurs
prüft alles und leitet es an uns weiter.
Diesen Vorgang nennt man übrigens
Avisierung.
Das ist jetzt die gesonderte Schleife
beim Akkreditiv. Der Rest läuft im
Prinzip wie beim Inkasso ab. Wir
übergeben unsere Ware am Hafen in
Hamburg, bekommen dafür
Versanddokumente. Nur mit Hilfe dieser
Dokumente bekommt man die Ware überhaupt
ausgehändigt.
Diese geben wir mit einer Reihe weiterer
Dokumente nicht an den Kunden, sondern
zunächst einmal an unsere Bank. Sie
prüft und leitet die Dokumente an die
Bank des Importeurs weiter. Und hier
kommt schon die entscheidende Stelle.
Wir werden jetzt hier schon bezahlt. Das
heißt, wir sind gar nicht auf die
Zahlung des Kunden angewiesen, sondern
wir werden von der Bank des Importeurs
bezahlt. Also, die Bank des Importeurs
zahlt, unsere Bank leitet die Zahlung an
uns
weiter und dann holt sich die Bank des
Importeurs natürlich das Geld vom Kunden
und händigt eben die Dokumente aus. Hier
ist die Reihenfolge gar nicht so
entscheidend. Natürlich kann auch
gleichzeitig, nachdem die Bank uns
bezahlt hat, dann auch direkt die
Dokumente an den Kunden weiterreichen
und sein Konto entsprechend belasten.
Mit Hilfe der erhaltenen Dokumente kann
der Kunde dann die Ware
abholen. Ich würde euch empfehlen, das
Ganze nach einer Ampel zu lernen. Als
erstes malt ihr die vier Akteure auf.
Exporteur, Importeur, Bank des
Exporteurs und Bank des Importeurs. Dann
nehmt ihr unterschiedliche Farben, rot
für Akkreditiv. Damit bildet ihr die
erste Schleife. Dann nehmt ihr die
zweite Ampelfarbe gelb und zeichnet eure
Dokumentenschleife zurück. Natürlich
müsst ihr vorher die Dokumente vom
Frachtführer
bekommen. Bei dieser Dokumentenschleife
ist aber ganz wichtig und dafür ist
natürlich auch Verständnis dieses ganzen
Systems wichtig, dass ihr schon bei der
Bank des Importeurs Stopp macht, bei
einem bestätigten Akkreditiv, sogar bei
eurer Bank. Dann nehmt ihr die grüne
Farbe und zeichnet die Zahlungsschleife
zurück.
Zum Schluss natürlich nicht den
Importeur vergessen, der ja auch zahlen
muss und auch an seine Ware kommen
muss. In den Prüfungen müsst ihr vor
allem die Abfolge kennen und Vor und
Nachteile der beiden
Sicherungsinstrumente. Deshalb kommt
Akkreditiv vor allem dann in Frage, wenn
es um größere Summen geht und wenn es um
Ware geht, die sehr kundensspezifisch
produziert werden musste. Da ist diese
Absicherung angebracht.
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